Argentinien – B.A. – Leben in Palermo

So, heute lest Ihr endlich auch einmal einen Beitrag von mir. Nachdem ich mit einer schlimmen Erkältung aus Deutschland abgereist war, hat es ein wenig gedauert, bis sich der „Urlaubsmodus“ bei mir eingestellt hat. Nun endlich fühle ich mich aber entspannt und komme langsam hier an.

Palermo, das Stadtviertel in dem wir in Buenos Aires eine Unterkunft gefunden haben, erinnert mich ein wenig an das Barrio Italia in Santiago de Chile. Obwohl die „Wiederentdeckung“ des Viertels durch Künstler und junge Leute in Palermo wohl schon einige Jahre früher stattgefunden hat, als in Santiago. Hippe Klamottenläden von lokalen Designern reihen sich an Restaurants und Bars. Die Häuser sind meist zweistöckig und in bunten Farben bemalt. Nachts pulsiert das Leben im Viertel.

Gegenüber unserer Wohnung befindet sich ein Parkplatz, abgeschirmt durch eine Mauer. Bei unserer Ankunft war diese noch unauffällig weiß. Am nächsten Tag malte jemand mit schwarzer Farbe die Konturen von Tieren, Pflanzen und menschlichen Figuren darauf. Und am dritten Tag schließlich wurden die Figuren mit bunten Farben ausgemalt. Die Nachbarn versammelten sich und beobachteten die Maler begeistert bei ihrer Arbeit.

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Laya, unsere Vermieterin, erzählt, dass ihre Familie mit dem Haus Glück hatte: ihre Großmutter hatte es in den 60er Jahren gekauft. In einer Zeit, in der Palermo ein reines Wohnviertel und wegen der regelmäßigen Überschwemmungen dort, nicht beliebt war. Außerdem befand sich ganz in der Nähe des Hauses, an der Plaza Armenia, ein Gasdepot. Niemand wollte dort gerne leben, aber die Großmutter fand, es sei besser, bei einer Gasexplosion schnell zu sterben, als verletzt leiden zu müssen. Deshalb kaufte sie das Haus, trotz des Risikos.

Heute kann sich die Mittelschicht in Buenos Aires kein Haus mehr leisten. Immobilien müssen in Dollar finanziert werden, während die Gehälter in Pesos ausgezahlt werden. Laya und Damian verdienen zusammen umgerechnet etwa 1000 Dollar. Ein 1-Zimmerapartment kostet ungefähr 120.000 Dollar. Davon müssen allerdings 80% Eigenkapital eingebracht werden. Die Bank finanziert nicht mehr als 20%.

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