Bolivien/Peru – Titicaca-See – 3800 m

Ein unübersichtlicher Grenzverlauf zwischen Bolivien und Peru war für die Abwege unseres Busses verantwortlich, die erforderlich waren, um die bolivianische Stadt Copacabana am südlichen Ufer des Titicacasees anzufahren. Wir selbst nahmen aus Gründen der Sicherheit die Personenfähre.
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Man muss Copacabana nicht kennen, aber wer sich hier hin begibt ist sehr wahrscheinlich stolzer Besitzer eines Neuwagens, sei es ein Auto, Bus oder Lkw. Denn hier erhält man den Segen der Geistlichkeit, der mehr zählt als die lausigen Versicherungen, die kaum einen möglichen Schaden zu regulieren vermögen. Ein Blumenstrauss und dann heisst es vor der Basilika maurischen Stils warten bis ein Mönch oder ein Schamane kommt und die Segnung erteilt.

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Auf dem Hausberg hat man eine gute Sicht auf die Stadt, die 4000 m Marke erreicht und befindet sich auf einem rituellen Platz, dem Horca de Inka.

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Isla del Sol

Nach einer der Legenden, die die Schöpfung des Inka-Volkes erzählen, ist hier – also auf der Sonneninsel – der erste Inka auf der Erde erschienen. Es sei dahingestellt, ob er nun aus dem Schaum des Titicacasees geschaffen wurde oder an einem der markanten Felsen auf die Insel herabgestiegen war. Es muss ungefähr das Jahr 1200 n. Chr. gewesen sein, er trug den Namen Manco Capac und der Sonnengott Inti hatte ihm einen goldenen Stab mitgegeben. Inti trug ihm ferner auf, eine Stadt an jenem Ort zu gründen, an dem der Stab sich vollständig in die Erde versenken liess, jedoch derart, dass er wieder herausgezogen werden konnte.

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Archeologischer Fund bzw. Keramikfigur

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Stolze Nachfahrin des Inka

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Altar der Tempelanlage

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Der Titicacasee ist nicht nur in der Inka-Mythologie ein Symbol für Fruchtbarkeit, der Boden war für das Vorhaben des Inka jedoch ungeeignet. Auf jeden Fall hat Manco Capac die Insel verlassen und sich auf die Suche begeben…

Die schwimmenden Inseln der Urus

Nun folgt ein Zeitsprung von wenigen hundert Jahren, den ich aus Gründen unserer Reisechronologie einschieben muss: Das Inka-Volk ist längst gross, mächtig und hat fast alle benachbarten Völker unterworfen – bis auf ein kleines wehrhaftes Völkchen, dass eine besondere Überlebendsstrategie entwickelt hat. Um sich dem Einfluss des Inka zu entziehen, lebten die Urus auf Inseln, die sie aus dem Wurzelwerk des Schilfs errichtet haben und ernährten sich ausschliesslich von dem, was der See ihnen bot. Da sich diese Inseln mit der Seeoberfläche bewegen, entsteht der Eindruck, als würden sie schwimmen.

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Eine Insel wird gewöhnlich von einer kleinen Familie bewohnt. Der Teufelsbraten spielt noch harmlos mit dem Ball, er hat noch nie Schokolade gegessen und noch nie Seife gesehen. Er steht kurz davor, sich für die Digitalkamera von Agnes zu interessieren…

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Ein Modell zeigt Aufbau und Grundausstattung einer jeden Insel. Der Ausguck dient der Kommunikation mit den Nachbarinseln.

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