Bolivien – Tarabuco – 3300 m

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Wer mit dem Flugzeug über das Anden-Hochland fliegt, kann mit etwas Glück durch die Lücken der Wolkendecke die zahllosen Dörfer und Siedlungen erkennen, die die Zivilisation dort wie zufällig verstreut hatte. Sie sind durch ein grobmaschiges Netz aus Pfaden und Wegen miteinander verbunden, das wahrscheinlich nur an wenigen Stellen ein motorisiertes Befahren erlaubt. Karg, kalt und schlicht scheint dort der Alltag und doch überkam uns eine gewisse Sehnsucht, dieses Leben einmal näher kennen zu lernen.
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Mit dem klapprigen T3-VW-Bus unserer Herbergseltern rasselten wir entlang einer stillgelegten Eisenbahnstrecke, die einst dem Altiplano nochmals 1000 Höhenmeter abrang. Die einseitig wirkende Bremse gestattete vor den Kurven einen Blick in tiefe Täler, deren Hänge unserer Fahrbahn eine natürliche Begrenzung bereiteten.
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2 Stunden später hatten wir den Marktflecken San Pedro de Montalván de Tarabuco erreicht. Am Ortsrand angebundene Packesel deuteten auf ein reges Marktgeschehen hin. Zahlreiche Campesinos waren aus den mehr oder weniger entfernten Dörfern gekommen um ihre Vorräte aufzufüllen, das Ergebnis ihrer Arbeit anzubieten oder an den DVD-Ständen für einen Moment in die Traumwelten von Disney, Hollywood und Co. zu versinken.
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Was nach mühevollem Hämmern und Schmieden an einfachen Werkzeugen geschaffen wurde, ließ sich hier für wenige Bolivianos erwerben; nichts weniger als weiteres Ackern und Schuften war die Folge des Kaufs, um dem steinigen Boden eine kleine Ernte abzuringen.
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Erträglich wird dieses Tun durch das andauernde Kauen von Koka-Blättern, die zu einer Kugel geformt in einer Backentasche ihren Wirkstoff allmählich an den Konsumenten abgeben.
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Die Zeit, die neben dem Aufrechterhalten dieses Kreislaufes blieb, wird zum Anfertigen von allerlei Kunsthandwerk genutzt, das ich zunächst für Touristen-Tand hielt. Tatsächlich ist es durchaus üblich, den eigenwilligen Kopfschmuck aufzutragen, dessen Design nicht selten an Uniformen aus den Zeiten der spanischen Eroberung erinnerte.
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