Bolivien – Sucre – 2800 m

Der Boden unter uns schwankte noch als wir am Ende einer Serpentinenfahrt aus dem Bus torkelten. Allen Anfeindungen an den Sinn für das Gleichgewicht zum Trotz war das Kopfsteinpflaster unter unseren Füßen ein Teil der unangefochtenen Wohlfühl-Hauptstadt Boliviens.
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Die behutsame Erhaltung der Altbausubstanz aus Kolonialzeit bzw. junger Republik, die frühe Etablierung von akademischen Bildungseinrichtungen und eine gewisse wirtschaftliche Bedeutungslosigkeit haben den Bischofsitz zu einem Hort lebenshungriger Studenten oder entspannungssuchender Touristen gemacht.
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Gläubige finden in Sucre Bewegungsfreiheit für Rituale und Zeremonien auch außerhalb der – wie immer – prächtigen Kirchen.
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Die blitzblanke Plaza bietet Raum für unaufgeregtes Amüsement, wobei stets ein Hauch von Provinzialität zu spüren ist. Landbevölkerung in bunter und traditioneller Kleidung mischt sich ins Stadtbild. Dessen Kinder betteln in den Straßencafés nach Münzgeld. Ich reiche ein Stück übrig gebliebenen Schokoladenkuchen an kleine Hände weiter, die nur selten eine gründliche Reinigung erfuhren.
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