Bolivien – Salar de Uyuni – 3650 m

Es gab noch einen weiteren triftigen Grund, den Ort Uyuni aufzusuchen: Er dient als Ausgangspunkt für einen Besuch des Salar de Uyuni, das Garstigste, was sich die Landschaftsarchitekten bei der Schaffung unseres Planeten ausgedacht haben: Endlos, flach, monochrom und eigentlich unbewohnbar. Diese sogenannten Salzpfannen, entstehen durch Auswaschen des Salzes aus den umliegenden Bergen und durch anschließendes Austrocknen.
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Es ist unglaublich, aber auch Menschen haben sich am und auf dem See angesiedelt. Sie lebten von der Verarbeitung des Salzes und nun vom Tourismus. Traditionell wohnen sie in Häusern, die sie – wie auch die Möbel – aus Salz gebaut haben. Sie sägen ziegelgroße Blöcke aus dem Salz und setzen diese zu einem Haus zusammen.
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Manchmal haben die Salare unterirdische Wasserreservoirs. In unserem Fall ist der Salar in der Regenzeit – und das ist jetzt – mit einer wenige Zentimeter hohen Wasserschicht teilweise bedeckt. Der Salar ist wegen des vielen Salzes eigentlich absolut lebensfeindlich. Allein eine bestimmte, kleine Krebsart kann dort überleben und über die freuen sich die Flamingos. Trotz sonst fehlender Fauna und Flora hat der Salar eine Ästethik, die ihn anziehend macht.
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Außerdem bietet er die Möglichkeit für perspektivische Fotografien oder Filme, weil er wegen seiner Eintönigkeit die Eigenschaften eines sehr, sehr großen Fotostudios bietet.
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Davon haben schon die meisten seiner Besucher gehört, daher bringen sie Spielzeugfiguren oder Modelle von Objekten mit, um dann diese trickigen fotografias de perspectiva zu machen. Sehr beliebt ist der Gummi-Tyrannus-Saurus. Wer jetzt wieder an das Gesichtsbuch denkt, liegt völlig richtig.
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Ein weiterer Reiz besteht darin, dass das sehr salzhaltige und flache Wasser wegen seiner physikalischen Eigenschaften spiegelglatt ist. Dadurch lassen sich diese eigenartig gespiegelten Horizontaufnahmen machen…
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… und nach Überwinden einer gewissen Schamgrenze diese Hüpfbilder… .
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Über die Salzdecke ist vor kurzer Zeit ein großes Motorsport-Event gebrettert. “La Dakka!”, wie man die Rallye Dakar hier ehrfurchtsvoll nennt, läuft uns schon seit Salta um nur wenige Tage voraus. Selbst in höheren Bildungsschichten ist man sehr stolz darauf, Gastgeber des Spektakels sein zu dürfen. Nur eine Saison haben die lokalen Organisatoren benötigt, um das Chaos des rasch vorüberziehenden Motor-Zirkuses zu beherrschen, berichtete unser indigener Fahrer mit dem arabischen Namen Omar.
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Am fußläufigen Rande des Sees haben wir ein Zimmer in einem Salzhotel bezogen, um auch die Stimmung am Abend, in der Nacht und am nächsten Morgen aufnehmen zu können. In und an diesem diesem Hotel, das sich derzeit noch im Bau befindet, bestand alles aus Salz – bis auf Fenster und Türen (und natürlich bis auf die Bettwäsche, die Handtücher, den Fernseher etc.). Die, bedingt durch das Baumaterial, nicht gänzlich besenreinen Zimmer lassen einen wunderbaren Blick auf den Salar zu. Das Ambiente bietet eine hervorragende Gelegenheit, den Kellner beim Abendessen oder beim Frühstück nach dem Salzstreuer zu fragen ;-)
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