Argentinien – Salta, La Linda – 1400 m

Patagonien war weitgehend erforscht, jetzt mussten wir mal Strecke machen. Das geht am besten mit dem Flugzeug. Unsere Wahl fiel auf die rund 2500 km entfernte Stadt Salta in der gleichnamigen, an die Grenze Boliviens stossende Provinz. „Salta, Die Schöne“ – wie sie sich stets nennt und dabei auf ein Quechua-Wort beruft.
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Salta ist ein hübsches Kolonialstädtchen, das nach einem bewährten Modell erbaut wurde. Ich nenne es das „Plaza-Modell“. Damit erspare ich mir in Zukunft viele Beschreibungen: Die Stadt ist um einen rechtwinkligen Platz (Plaza) erbaut, in dessen Mitte ein Denkmal steht, das eine Statue trägt, die einen nationalen Helden darstellt.
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Um den Platz herum führen Straßen im rechten Winkel.
Es folgen Bürgersteige, die durch die Fassade eines Rathauses, einer Kathedrale, einer Basilika, eines Polizeipräsidiums oder eines herrschaftlichen Stadthauses begrenzt sind. Dieser Bereich wird meist auch als Cafe oder Restaurant genutzt. Ja nach Größe und Bedeutung der Stadt liegen dahinter noch etliche weitere Straßenzüge, die allesamt parallel zu den Seiten der rechtwinkligen Plaza verlaufen.
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Die Plaza ist der sauberste Teil der Stadt. Bänke laden zum Verweilen ein, Straßenverkäufer bieten Süßigkeiten oder lokale Spezialitäten feil, Straßenmusiker sorgen für das musikalische Rahmenprogramm. Liebespaare küssen sich, Burschen pfeifen Mädchen hinterher oder Senioren füttern Tauben.
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Die Aufgabe eines erfahrenen Betrachters ist es nun, herauszufinden, was gerade diese oder jene Stadt einzig macht. Salta ist stolz auf seine Empañadas – mit Fleisch gefüllte Teigtaschen – und seine tänzerischen Darbietungen. Um diese herum zu kommen, ist uns nicht gelungen.
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Dabei führen junge, stolze Gauchos ebenso junge Mädchen schwungvoll über das Parkett und füllen die vibrierende Luft mit schneidigem Gejauchze und Peitschenknallen. Dazu gibt es Volksmusik. Diese Veranstaltungen gibt es, seit die Touristen in Strömen in die Stadt kommen. Zu ihrem Amüsement wurde auch die Seilbahn auf den Berg erbaut, der sich am Stadtrand bis auf 1440 Meter über dem Meeresspiegel erhebt.
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Nicht unerwähnt lassen möchte ich das historische Museum, in dem die Leichen dreier Inka-Kinder aufbewahrt bzw. zur Schau gestellt werden. Der 7 Jahre alte Junge und die 6 und 14 Jahre alten Mädchen wurden um ca. 1480 – also kurz bevor die Spanier kamen – im Rahmen eines wichtigen Inka-Rituals geopfert. Das ist unglaublich traurig und ich werde darüber jetzt noch wütend.
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Sie wurden nach Cuzco (Peru) geführt und dann an den Ort des Opfer-Rituals. Er liegt nicht weit von Salta in einer Höhe von 7000 Metern in den Anden. Die Körper der Kinder sind aufgrund der klimatischen Bedingungen dort oben also fast vollständig erhalten und Wissenschaftler konnten so eine Menge über die Inkas herausfinden. Man weiß nun z.B., wie sie sich ernährt haben oder woher sie kamen. Ich habe eine Karte fotografiert, auf der das rund 40 000 km lange Wegenetz der Inkas in den Anden verzeichnet ist.

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