Chile – Lago Llanquihue – Schwarzwald-Idylle vom Feinsten

Puerto Montt kennt der Patagonien-Reisende weil im Hafen das Navimag-Schiff ablegt. Auf notdürftig in Schuss gehaltenen, einstigen Mittelmeer-Fähren lässt sich bei entsprechendem Wetter ein teuer erkaufter See-Blick auf die Bergwelt Patagoniens werfen. Die Fahrt endet in Puerto Natales. Wenn das Wetter nicht mitspielt liegt man laut Reiseberichten 3 Tage in seinem Erbrochenen oder dem der Mitreisenden. Da wir die Region bereits auf dem Landweg erkundet hatten, wählten wir das Flugzeug.
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Die Gegend um Puerto Montt wurde ab ca. 1850 von meist mitteleuropäischen Einwanderern geprägt. So auch das kleine regionale Wirtschaftszentrum. Die Feuer in den Kesseln der Eisenbahnen sind schon längst verglüht, daher entschieden wir uns für eine halbstündige Taxi-Fahrt nach Puerto Varas. Hier hatten wir bereits eine “Suite” in einem Hotel gebucht, um uns von den Strapazen der letzten Wochen zu erholen.
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Das große mehrstöckige Haus war von einem deutschen Einwanderer vor etwas mehr als 100 Jahren überwiegend aus Holz und im Stil der Zeit erbaut worden. Der Zustand von außen und der erste Eindruck von unserer “Suite” hat uns zunächst in einen Schock versetzt. Da wir noch einen Blog-Beitrag zu unseren Unterkünften planen, will ich hier nur schon mal veraten, dass wir uns von diesem Schock schnell erholt haben und heute noch gerne daran zurück denken.
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Der exklusive Blick aus unserem Fenster bot all das, was man von dieser lebendigen Stadt gesehen haben muss, inklusive der schneebedeckten Kappe des Vulkans Osorno.
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Die deutschen Kolonisten haben sich streng an der Architektur des Schwarzwaldes orientiert. Alle Häuser sind mit Schindeln verkleidet.
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Im Nachbarstädtchen Frutillar – wir haben das mal mutig mit “Erdbeerfeld” übersetzt – hat man diesen Stil zur Blüte getrieben. Auf seine Geschichte ist man hier genauso stolz wie auf den “Kuchen”, der neben Sauerkrautgerichten überall angepriesen wird. Wer es sich leisten kann, mehrere Stücke dieser Kalorienbomben zu bestellen, ordert im spanischen Plural: “Kuchenes”.
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Ein Heimatmuseum bietet die Gelegenheit, sich mit interessanten Anekdoten in die Pionierzeit des 19. Jhdts. versetzen lassen und eine ordentlich erhaltene Wassermühle zu bestaunen.
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Ein Gedanke zu “Chile – Lago Llanquihue – Schwarzwald-Idylle vom Feinsten

  • 15. Januar 2015 um 8:50
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    Lach – Club Alemán, der Bundesadler und die Schwarzwaldhäuschen… Super… Bestimmt ist das deutsch – wenn es noch irgendwo gesprochen wird – auch sehr hörenswert, oder?
    Und – lebte Grossmutter Bates noch im Hotel? ;-)

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