Chile – Punta Arenas – Gabba Gabba Hey

Sandy Point – wie diese Stadt bei ihrer Gründung durch die Briten einst lieblos genannt wurde – steht im Ruf, den schönsten Friedhof Südamerikas zu haben.
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Vor allem aber ist es der Ort einer Verabredung, die wir lange herbeigesehnt hatten: Das unkonventionelle und global operierende Unternehmen Wicked hat sich angeboten, uns einen lang gehegten Wunsch zu erfüllen. Es vermietet Fahrzeuge, die man mit etwas gutem Willen als Wohnmobil bezeichnen kann, eine Fahrzeuggattung, die in Lateinamerika sehr rar ist. Zu diesem Zweck haben die Mitarbeiter gewöhnliche Lieferwagen umgebaut und diesen ein neutrales und unauffälliges Design gegeben.
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Die Blechdose sollte uns die Unabhängigkeit liefern, die wir benötigten um Patagonien auf eigene Faust zu erobern. Alejandro fungierte bei diesem Geschäft als Mittelsmann. Das chilenische Kompetenzbündel war ein drahtiger Bursche, der seine Daunenjacke mit einer weißen Short kombiniert hatte, was jedoch keinen größeren Schaden an seiner Glaubwürdigkeit anrichtete. Ehrfurchtsvoll lasen wir die klar formulierten Ansagen von seinen Lippen ab, die er mit dezenten aber unzweideutigen Bewegungen seiner Kuchenteller-großen, roten Hände unterstrich. Es mag leichtsinnig von uns gewesen sein, nach dem Namen der Band zu fragen, die als Schattenriss der Seite des Vans den künstlerischen Anstrich gab. Aber es kann sicher nicht der alleinige Grund dafür gewesen sein, unseren Fahrfähigkeiten ein sehr begrenztes Vertrauen entgegen zu bringen; anders war die Bemerkung, “los Ramones” in einem Stück wieder abzugeben, nicht zu deuten.
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Bei genauerer Betrachtung gab uns seine Bemerkung jedoch auch den nötigen Spielraum, den wir angesichts der zu erwarteten Schotterpisten und Schlaglöcher auch dringlich benötigten. Ausgestattet mit allen Utensilien, die man für solch eine grenzüberschreitende Unternehmung braucht, bedankten wir uns herzlich und füllten unsere Treibstoff- und Lebensmittelvorräte im Einkaufsparadies der zollfreien Zone von Punta Arenas auf. Das Privileg der Zollfreiheit dient in diesen unwirtlichen Regionen eigentlich dazu, letzte individuelle Zweifel für eine in Erwägung gezogene Ansiedlung auszuräumen.
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Wenige Stunden später konnte unser Roadmovie beginnen. Unsere erste Station war die Stadt Puerto Natales. Sie gilt als Ausgangspunkt für die Unternehmungen in den Nationalpark Torre Del Paine. In ihren engen, aus Holz gebauten Häusern drängen sich zahlreich meist jugendliche und wanderwillige Reisende um die Kanonenöfen. Das Haus des Sportklubs soll als Beispiel für die Bebauung dienen.

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