Argentinien – Feuerland – Auf nach Patagonien

Wir hatten das Privileg, die ersten zu sein, die die neue Busverbindung zwischen Ushuaia und dem chilenischen Punta Arenas testen durften. Statt der 14 Stunden für die rund 400 Kilometer an der Atlantik-Küste entlang wollte dieser Bus nur noch 12 Stunden unterwegs sein.
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Die Bergkette hinter uns wurde immer kleiner. Es waren die südlichen Erhebungen der Anden, die hier wegen einiger tektonischer Verschiebungen in eine Ost-West-Achse gerieten. Vor uns öffnete sich ein weites Land, das durch endlose Schafzäune in seine Besitzverhältnisse geteilt war. Das, was bei der Landzuteilung in Buenos Aires einem Besitzer zugesprochen wurde, nennt sich noch heute Estancia. Es entspricht dem englischen Begriff Farm. Die kleinen und wenigen Wohnhäuser sind aus Holz gebaut und haben ein rotes, blaues oder grünes Blechdach.
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Nach vielen Schafzäunen, Windrädern und Tränken erreichten wir die Magellan-Passage. Der Bus wurde auf eine Fähre verladen, nachdem wir aufgefordert wurden, das Fahrzeug zu verlassen. Wir ließen uns nicht lange bitten und begaben uns auf ein seitliches Deck, wo wir in rund 5 Kilometer Entfernung das andere Ufer sehen konnten.
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Die Magellan-Straße trennt Feuerland vom Festland und macht es somit zu einer Insel. Diesen natürlichen Kanal hat der Portugiese Fernando Magellan 1520 für seine erste Weltumrundung entdeckt. Während der Passage sind ihm am südlichen Ufer die vielen Feuer der meist unbekleideten Yamana, Shelknam und Onu-Völker aufgefallen. Er nannte dieses Land Terra de Fogo – Feuerland.

Unsere Überfahrt nutzen schwarz-weiße Delfine dazu über unsere Bugwelle zuspringen – zu schnell für ein Foto. Nach weiteren 4 Stunden Schafszäunen und einem Grenzübergang, an dem ein Wurst- und Käsehund der chilenischen Behörden unser Gepäck durchschnüffelte, erreichten wir Chiles südlichste Stadt Punta Arenas.
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Die Regionalmetropole war vor 150 Jahren als Zentrum des Wollhandels gegründet worden. Einigen Häusern im Zentrum war anzusehen, dass einst von einer großen Entwicklung wie im weit entfernten Buenos Aires geträumt wurde. Argentinien war um die vorletzte Jahrhundertwende das wirtschaftlich erfolgreichste Land der Welt.
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Als sich der Boom dem Ende neigte übertrugen die Bewohner von Punta Arenas die Herangehensweise bei der Schafwollgewinnung auf die im Stadtgebiet wachsenden Koniferen.
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