Bolivien – Nationalpark Amboró – Tag 2

Zahlreiche nächtliche Aktivitäten ausserhab unseres Schlafraumes hatten uns beunruhigt. Doch zum einen war uns klar, dass Urwaldbewohner meist nachtaktiv sind, zum anderen ergab ein vorsichtiges Öffnen der Tür, dass Chicito auf unserer Fussmatte lag. Ausserdem hatten sich nach Aussagen des Führers die Pumas bislang mit der Dezimierung der Schafherde auf dem Gelände begnügt.
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In der ersten Morgendämmerung erwachten wir und begaben uns auf die Veranda um die Vögel zu beobachten. Kleine und große Schwärme sammelten sich und vereinbarten die Losungen des Tages. Papageien wechselten in großer Zahl und mit lautem Geschrei von einem Felsenrand zum anderen; leider immer zu schnell für die Lichtverhältnsse oder einfach zu weit entfernt für ein gutes Foto. Ich erinnerte mich an einen grünen Papagei in meiner Kindheit, den meine Eltern aus einem Franco-Spanien-Urlaub mitgebracht hatten. Sein Mitteilungsbedürfnis hat uns oft den letzten Nerv gekostet.
Erwartungsfroh machen wir uns auf den Weg um einen weiteren Themenpfad abzuarbeiten…

Die Tageszusammenfassung mit Dschungelprüfungen: Tag 2

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Hier hängen nicht die Riesenfaultierhoden vom Baum sondern kunstvoll geflochtene Nester.

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XYZ-Promis müssen nicht nackig im Naturbad plantschen.

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Abseits der Pfade war kein Durchkommen.

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Viel Raum für weitere Siedlungsgemeinschaften

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Bitte laut krächzen wenn sich jemand nähert!

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Eigentlich ein tolles Boket, oder ;-)

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Der endemische Sapor ist vollkommen ungefährlich, wenn er sich nicht bedroht fühlt. Denn dann platziert er giftige Spucke vorzugsweise im Gesicht. Als Dekoration bei Dschungelprüfungen ungeeignet!

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Chikito hat ein Gürteltier aufgestöbert, dass sich flugs in seinen Bau zurückgezogen hat. Engagiertes Graben hat zu keinem Erfolg geführt; im Ergebnis keinen Stern und keine Essensration.

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Sonnenanbeter wundern sich über die neuen Camp-Bewohner.

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Chicito hat ein Nest im Waldboden ausfindig gemacht und seine neugierige Schnautze hineingesteckt. Wir schimpfen mit ihm, was aber einen fragwürdigen Nutzen hat. Das Nest wird überprüft und das Wohlbefinden der Piepmätze sichergestellt. Meine einschlägigen Kleingärtnererfahrungen mit Vogelnestern nähren unsere Hoffnung, dass sich die Aufregung bald legt und Alles wieder gut wird.

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Den will selbst Chicito nicht schlucken, der sonst wirklich alles hinunterwürgt.

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Meine schwache Ausbeute hat den Respekt vor Schmetterlingsjägern und Naturfotografen um etliche Einheiten erhöht.

Literatur für Reisende und Träumer

Zum Lesen blieb auf unserer Reise bisher wenig Zeit. Unsere Freizeit in der Unterkunft verbringen wir mit Orga für die Weiterreise und in Bussen fällt mir das Lesen schwer, weil mir dabei übel wird.

Trotzdem habe ich inzwischen zweieinhalb Bücher geschafft, deren Lektüre mir Land und Leute näher gebracht hat.

Zunächst einmal wäre da die “Gebrauchsanweisung für Argentinien” von Christian Thiele zu nennen. Thiele hat mir die Gefühlslage der Argentinier näher gebracht, auch wenn noch viele offene Fragen bleiben. So überrascht es mich immer noch, wie gut informiert und gebildet jeder Taxifahrer in Buenos Aires daherkommt und warum dieses Land, das soviel Potential hat, trotzdem von seinen Politikern von einer wirtschaftlichen Misere in die nächste manövriert wird.

Thiele versucht sich an der Definition des Peronismus und erzählt von argentinischen Volksheiligen wie Evita Peron und dem Gauchito Gil, zu dessen Ehren am Straßenrand noch heute von LKW-Fahrern kleine rote Altäre geschmückt werden.

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Ich habe dieses Buch auf meinem kleinen, neuen Ebook-Reader gelesen. Eine praktische Anschaffung für die Reise, allerdings haben wir festgestellt, dass er für Bücher, die zum Nachschlagen genutzt werden, wie z.B. unsere Reisefüher, nur bedingt geeignet ist. Es ist nämlich je nach Ebook-Format sehr umständlich, zwischen den Kapiteln zu wechseln.

Mitten in Patagonien habe ich mir das Buch “Patagonia Express” von Luis Sepúlveda gekauft. Der Chilene beschreibt darin, wie er seinem Großvater als Junge das Versprechen gab, diese Reise ins Nirgendwo zu unternehmen. Er erzählt von seiner Gefangenschaft während der chilenischen Militärdiktatur und der darauffolgenden Irrfahrt durch Südamerika und Europa, bis hin zu seiner Rückkehr in die Heimat. Die kleinen Geschichten über Begegnungen mit Eigenbrötlern und Abenteuerern lassen einem beim Lesen die besondere Mentalität der Menschen vom Ende der Welt spüren. Besonders gut gefallen hat mir, dass Sepúlveda in Europa auf Bruce Chatwin trifft – und hier komme ich zum Klassiker unter den Patagonien-Autoren.

Parallel zum Patagonia Express habe ich nämlich, immer wenn Robert das Buch nicht in der Hand hatte, Bruce Chatwins “In Patagonien” gelesen. Dieses Buch ist eine Pflichtlektüre für alle Reisenden ans Ende der Welt. Bereits in den 1970er Jahren hat Chatwin Patagonien bereist. In einer Zeit, als es dort noch keine regelmäßigen Verkehrsverbindungen und touristische Einrichtungen gab, war er auf Mitfahrgelegenheiten mit LKWs angewiesen und hat, wenn es dem Estancia-Besitzer recht war, bei den Gauchos im Stall geschlafen. Chatwin beschreibt Orte und Menschen so charakteristisch, dass sich staubiges Niemandsland wie die Ölstadt Comodoro Rivadavia zu Sehnsuchtsorten von Touristen verwandelt haben und heute Scharen auf Chatwins Spuren pilgern. Ich selbst stecke immer noch in der Mitte der Lektüre fest, aber Robert hat das Buch schon gelesen und bitter bereut, dass wir auf unserer Patagonienreise den Besuch der Höhle des Mylodons – des Riesenfaultiers, das vermutlich vor etwa 12.000 Jahren ausstarb –  ausgelassen haben. Falls Ihr also einmal nach Puerto Natales in Südchile kommt, solltet Ihr den Fundort des Faultiers, die Cueva del Milodón, unbedingt in die Reiseroute aufnehmen.

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Blauer Mann und das Milodón, Puerto Natales

 

Bolivien – Nationalpark Amboró – Tag 1

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Die Ereignislosigkeit in der Dschungelshow eines deutschen Premiumprogrammanbieters hat in uns das Bedürfnis geweckt, selbst wieder einmal ein Camp inmitten eines brodelnden Urwalds zu besuchen. Ein einfach zu lösendes Problem, denn wenn auch hartnäckig vom „Andenstaat Bolivien“ die Rede ist besteht das Binnenland aus 3 Klima- bzw Vegetationszonen: Tropischer Regenwald, Buschsavannen und eben verschiedene Anden-Stufen. Damit wird es – gemessen an der Zahl unterschiedlicher Regionen im Verhältnis zur Fläche – das vielfältigste Land Südamerikas.

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Wir wählten die Pufferzone des Amboró Nationalparks, weil es dort ein privates Refugio (Dschungelcamp) in einer traumhaften Lage gab.

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Das Refugio de los Vulcanes ist von Santa Cruz aus in nicht ganz 2 Stunden mit mehrere Fahrzeugtypen erreichbar, wobei der letzte zwingend einen Vierradantrieb haben muss.

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Trotz der rund 20 Schlafmöglichkeiten in den 10 Räumlichkeiten blieben wir in der Nacht mit unserem jugendlichen Führer und dessen Freundin allein in der Wildnis. Köchin, Hausmeister und deren Kinder fahren am Abend in ihren Wohnort außerhalb des natürlichen Tal-Kessels.

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Von dem jungen Machetenschwinger und Lagerhund Chicito wurden wir tagsüber durch den Wald und die Berge geführt. Dabei folgten sie Themenpfaden, die vorsichtig in das von steilen Bergen umgebene Paradies getreten und geschnitten wurden.

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Die Themen orientierten sich am wahrscheinlichen Antreffen bestimmter Waldbewohner, wobei wir während dreier Wanderungen niemals die Spezies antrafen, die wir erwartet hatten. Immer dabei waren auch Mosquito und Co. die wir uns mit einer Sprühflasche DEET halbwegs vom Leibe hielten, die von unserer Amazonas-Tour noch übrig war.

Die Tageszusammenfassung und die Dschungelprüfungen nun im Einzelnen: Tag 1

Wer Dr. Bob zugehört hat, weiß, dass Baumschlangen fast immer giftig sind. In diesem Fall ist es eine endemische Vibora. Da Dr Bob in Australien weilt, gilt es, den furchtlosen Lagerhund Chicito festzuhalten und nichts Unüberlegtes zu tun!

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Es sieht nur so aus, als hätten die sich gern. Einer muss das Lager verlassen, kann aber noch dauern…

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Raschelnde und knackende Zweige über uns signalisierten, dass wir in rund 30 m über uns eine Gruppe von Followern hatten. Nach kurzer Zeit kippte die Stimmung und sie warfen Hölzchen nach uns. Wir ertrugen dies, Sterne gab es keine.

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Die Humusdecke ist dünn, da kann man nicht tief wurzeln. Für ordentliches Stehvermögen braucht es Brettwurzeln.

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Nicht alles was wie Spargel aussieht, kann die kargen Essensrationen aufwerten. Lieber nicht ohne den Segen von Dr. Bob essen.

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Pilzsucher werden hier auch ausserhalb der Saison immer fündig.

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Auch um das Camp herum gibt es zahlreiche Trittbrettfahrer, die schnell ins Rampenlicht kommen wollen. Hier heißen sie Bromelien oder Aufsitzerpflanzen. Übrigens: Die Ananas ist auch so eine.

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Wenigstens einer, der sich während der zahlreichen Regenschauer mal nützlich macht.

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Bolivien – Santa Cruz de la Sierra – 400 m

Ein Flug von Tarija nach Santa Cruz hat uns rund 50 Euro gekostet. Nicht nur aus diesem Grunde reist man am besten mit der BOA, denn die Straßen sind meist schlecht, die Fahrzeuge verbraucht und häufig schiebt sich ein Erdrutsch nach Starkregen in die Routenplanung. Autofahrten erfordern außerdem regelmäßige Stopps, die zum Kauf von Getränken und Süßigkeiten verpflichten.
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Die Flugzeit ermöglicht es der Crew, jedem Passagier eine Pappschachtel mit 3 gut gepolsterten Keksen und ein Getränk der Wahl anzubieten.
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Santa Cruz ist die Wirtschaftsmetropole Boliviens und für einen Touristen lohnt der Besuch kaum. Hinzu kommt, dass nur das nach dem Plaza-Modell erstellte Zentrum die gewünschte Sicherheit bietet. Die Einwohner übernehmen keine Garantien für die darüber hinausgehenden Bereiche. Allerdings ist der Flughafen ein wichtiges Drehkreuz, so dass man kaum daran vorbeikommt.
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Unser Hostal war ungewöhnlich und von einem Reiseführer empfohlen, dessen Verlag ein vielleicht zu einsamer Planet zu sein scheint. In Anzahl Sterne ließe es sich grafisch darstellen, wenn ein internationales Design für den Minusbereich entwickelt worden wäre. Wir wechselten in ein Business-Hotel, da ich eine Umgebung benötigte, in der ich mich von dem unerwarteten Racheanschlag eines sehr bekannten Azteken-Königs erholen musste.
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In Santa Cruz bekamen wir unsere erste Lektion in bolivianischer Sozialkunde: Das Land zeigt sich tief gespalten. Die Konfliktlinien laufen entlang diverser und sich überschneidender Zustände: Bettelarm oder steinreich, Stadtmensch oder Campesino, Kreole oder Indigen, trockenes Hochland oder wasserreiche Tiefebene. All diese Linien schneiden sich in einem Punkt, ein energiegeladenes Zentrum, das dem bolivianischen Volk einen Sohn geboren hat. Entweder man hasst ihn oder man liebt ihn: Evo Morales. Er ist der erste indigene Präsident Südamerikas – vielleicht sogar ganz Amerikas – und – nach verbreiteter Meinung – spricht er weder fließendes Spanisch noch fehlerfreies Quechua.
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Bolivien – Tarija – 1900 m

Der Agent der bolivianischen Fluggesellschaft schaute hinter seinem Röhrenmonitor hervor und warf einen freundlichen, aber bestimmten Blick über den hölzernen Schreibtisch zu uns herüber. Nein, es gäbe in den kommenden 2 Wochen keinen Flug von Salta nach Bolivien. Dann nahm er einen Stift in die Hand, zog einen Block hervor und schrieb darauf Stichworte seines folgenden Vortrags, wobei er dessen Ortsmarken nochmals unterstrich. Dies sei die Beste der wenigen Möglichkeiten, nach Bolivien zu kommen, fasste er zusammen. Wir folgten seinen Empfehlungen.

Der Bus erreichte die Grenzstadt Aguas Blancas um 5 Uhr morgens. Der Strom war ausgefallen und wir entglitten dem Fahrzeug in die völlige Dunkelheit. Laut Plan sollten wir nun ein Taxi zur Grenze nehmen, doch die ortskundigen Fahrgäste waren schneller. Die endende Nacht verbarg die Verunsicherung in unseren Gesichtern. Unerwartet fragte uns eine junge Frau, ob wir uns ein Taxi mit ihr und ihrem Freund teilen wollten. Wir bejahten das in eine befristete Adoption mündende Anliegen des chilenisch-argentinischen Paares.
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Daniela und Alejandro geleiteten ihre Adoptivkinder alsdann durch die Silhouette der Grenzstation, in der eine Reihe argentinischer Beamter – jeweils mit einer Taschenlampen unter dem Kinn – die Ausreisestempel in mutmaßliche Pässe drückten.
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Die Beiden führten ihre Schützlinge im ersten Morgenlicht über die nur fuß-läufig passierbare Brücke, dem Regenbogen folgend, über den Grenzfluss. Vorbei an der Bürokratie bolivianischer Beamter ohne das übliche Handgeld; mit einem weiteren Taxi ging es in die nahe Grenzstadt, die den Namen des Flusses trug. Sie organisierten ein Collectivo (Sammeltaxi), borgten ihnen das nötige Kleingeld und lieferten sie 4 Stunden später wohlbehalten, dankbar und erschöpft auf der Plaza der Regionalmetropole Tarija ab. Danke!
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Das nach dem Plaza-Modell erstellte Tarija ist die zweite Stufe unseres Planes zur nachhaltigen Höhenanpassung. Wegen ihres relativen Wohlstandes steht sie zudem für einen entschärften Kulturschock beim Erstkontakt mit dem wirtschaftlich schwächsten Land Südamerikas. Die Umgebung Tarijas ist nebenbei das Weinanbaugebiet Boliviens und wahrscheinlich das höchst gelegene der Welt. Die Weine gibt es nur in Bolivien zu kaufen. Ein Sachverhalt, den ich für alle anderen und die Handelsbilanz des küstenlosen Staates sehr bedauere.
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Das architektonische Glanzlicht bildet ein mit silbernem und goldenem Felgenlack lackiertes Kolonialgebäude – die Casa Dorada.
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In einem der zahlreichen Geschäfte für Kommunikationselektronik kauften wir eine SIM-Karte und machten die ersten Erfahrungen mit landestypischen Eigenarten, die sich in den folgenden Tagen wiederholen werden: Das Spanisch ist innerhalb des Gesprochenen manchmal nur schwer zu identifizieren, der Blick meidet meist den Gesprächspartner, die Zuwendung gilt allen gleichzeitig, dafür aber ist die Aufmerksamkeit kurzlebig und die Handlungsbereitschaft benötigt kommunikative Unterstützung. Diesen Eigenschaften entspricht natürlich nicht jeder, wobei jedoch festzustellen ist, dass Männer ihnen eher zugeneigt sind. Ein Paradebeispiel war der SIM-Kartenverkäufer, dessen Handelsware 7 Tage später ihrer Bestimmung folgte.
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Wie auch in den Nachbarländern werden die Ereignisse in Europa genau beobachtet. Mit einer verdeckten Genugtuung nimmt man zur Kenntnis, dass es „auf dem Kontinent“ ungelöste Spannungen zwischen Bevölkerungsgruppen gibt und bezieht Stellung. Außerdem können wir uns auf eines immer verlassen: Wenn in Deutschland der Mob Aufmärsche gegen Randgruppen organisiert, dann wird das auch in Südamerika in den Aufmachern der Zeitungen und Fernsehnachrichten ausgiebig breit getreten.
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Argentinien – Salta – Tren a las Nubes

Der Tren a las Nubes fährt nicht mehr seit die bislang private Eisenbahngesellschaft von der argentinischen Regierung übernommen wurde.
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Der Bahnbedienstete war zuversichtlich, dass der traditionsreiche Zug im März 2015 mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wieder seinen Betrieb aufnehmen würde.
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Diese Sicherheit steigerte er mit einer Geste in Richtung eines fast vollendeten Tischmodells in den Bereich der letzten Gewissheit – zu spät für uns!
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Argentinien – Salta, La Linda – 1400 m

Patagonien war weitgehend erforscht, jetzt mussten wir mal Strecke machen. Das geht am besten mit dem Flugzeug. Unsere Wahl fiel auf die rund 2500 km entfernte Stadt Salta in der gleichnamigen, an die Grenze Boliviens stossende Provinz. „Salta, Die Schöne“ – wie sie sich stets nennt und dabei auf ein Quechua-Wort beruft.
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Salta ist ein hübsches Kolonialstädtchen, das nach einem bewährten Modell erbaut wurde. Ich nenne es das „Plaza-Modell“. Damit erspare ich mir in Zukunft viele Beschreibungen: Die Stadt ist um einen rechtwinkligen Platz (Plaza) erbaut, in dessen Mitte ein Denkmal steht, das eine Statue trägt, die einen nationalen Helden darstellt.
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Um den Platz herum führen Straßen im rechten Winkel.
Es folgen Bürgersteige, die durch die Fassade eines Rathauses, einer Kathedrale, einer Basilika, eines Polizeipräsidiums oder eines herrschaftlichen Stadthauses begrenzt sind. Dieser Bereich wird meist auch als Cafe oder Restaurant genutzt. Ja nach Größe und Bedeutung der Stadt liegen dahinter noch etliche weitere Straßenzüge, die allesamt parallel zu den Seiten der rechtwinkligen Plaza verlaufen.
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Die Plaza ist der sauberste Teil der Stadt. Bänke laden zum Verweilen ein, Straßenverkäufer bieten Süßigkeiten oder lokale Spezialitäten feil, Straßenmusiker sorgen für das musikalische Rahmenprogramm. Liebespaare küssen sich, Burschen pfeifen Mädchen hinterher oder Senioren füttern Tauben.
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Die Aufgabe eines erfahrenen Betrachters ist es nun, herauszufinden, was gerade diese oder jene Stadt einzig macht. Salta ist stolz auf seine Empañadas – mit Fleisch gefüllte Teigtaschen – und seine tänzerischen Darbietungen. Um diese herum zu kommen, ist uns nicht gelungen.
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Dabei führen junge, stolze Gauchos ebenso junge Mädchen schwungvoll über das Parkett und füllen die vibrierende Luft mit schneidigem Gejauchze und Peitschenknallen. Dazu gibt es Volksmusik. Diese Veranstaltungen gibt es, seit die Touristen in Strömen in die Stadt kommen. Zu ihrem Amüsement wurde auch die Seilbahn auf den Berg erbaut, der sich am Stadtrand bis auf 1440 Meter über dem Meeresspiegel erhebt.
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Nicht unerwähnt lassen möchte ich das historische Museum, in dem die Leichen dreier Inka-Kinder aufbewahrt bzw. zur Schau gestellt werden. Der 7 Jahre alte Junge und die 6 und 14 Jahre alten Mädchen wurden um ca. 1480 – also kurz bevor die Spanier kamen – im Rahmen eines wichtigen Inka-Rituals geopfert. Das ist unglaublich traurig und ich werde darüber jetzt noch wütend.
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Sie wurden nach Cuzco (Peru) geführt und dann an den Ort des Opfer-Rituals. Er liegt nicht weit von Salta in einer Höhe von 7000 Metern in den Anden. Die Körper der Kinder sind aufgrund der klimatischen Bedingungen dort oben also fast vollständig erhalten und Wissenschaftler konnten so eine Menge über die Inkas herausfinden. Man weiß nun z.B., wie sie sich ernährt haben oder woher sie kamen. Ich habe eine Karte fotografiert, auf der das rund 40 000 km lange Wegenetz der Inkas in den Anden verzeichnet ist.

Halbzeit – unsere Reiseroute

Etwas mehr als die Hälfte der Reisezeit liegt hinter uns. Zum Glück liegt auch noch etwas Zeit vor uns. Für die Neugierigen unter Euch, hier unsere bisherige Reiseroute mit ein paar Kommentaren zu Transportmitteln, Unterkünften usw…

Vielen ist sicher schon aufgefallen, dass unser Blog nicht immer ganz aktuell ist, sondern immer ein wenig hinterherhinkt. Auch diese Karte ist zum Zeitpunkt, an dem ich dies schreibe, nicht mehr auf dem neuesten Stand. Zur Halbzeit hatten wir uns nämlich vorgenommen, neue Regionen kennenzulernen (wir hätten es auch gut geschafft, die komplette Auszeit in Chile und Argentinien zu verbringen).

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Unsere erste Station: Buenos Aires
Die drei Nächte dort waren definitiv zu wenig, um diese tolle Stadt kennenzulernen. Glück hatten wir mit dem über airbnb gebuchten Privatzimmer. Tolle Gastgeber, super Lage, bestes Preis-Leistungs-Verhältnis. Was will man mehr?

Für die Fahrt nach Uruguay über den Rio de la Plata mit Buquebus (Kombi aus Fähre und Busfahrt) haben wir eine Menge Geld bezahlt. Billiger war die Rückfahrt von Piriápolis nach Buenos Aires. Mit den Bus gings von Piria nach Montevideo und von dort bis Carmelo. Dort stiegen wir auf das Linienboot, das uns durchs Flussdelta bis nach Tigre brachte. Von dort gings wieder im Bus nach Buenos Aires. Die Bootsfahrt ist wirklich sehr schön und Tigre ein nettes Örtchen.

Von Buenos Aires brachte uns die Aerolinas Argentinas nach Ushuaia, in die südlichste Stadt der Welt, die übrigens recht hohe Lebenshaltungskosten hat. Von dort ging es später mit dem Bus über die chilenische Grenze nach Punta Arenas. Die lange Fahrt war auch deshalb sehr abwechslungsreich, weil wir mit der Fähre über die Magellanstraße übersetzen. Auf der Überfahrt wurden wir von schwarz-weißen Delfinen begleitet.

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In Punta Arenas holten wir endlich unseren verrückten “wicked”-Van ab, der uns 12 Tage durch Patagonien begleiten sollte. Die Route hieß Punta Arenas – Puerto Natales (bei Regen auf dem verdreckten Campingplatz. Getröstet hat uns das dazugehörige warme Restaurant mit Essen wie bei Muttern zum Billigpreis und mit einem leckeren chilenischen Wein für 5 Euro die Flasche) – Torres del Paine Nationalpark (mein absolutes Highlight, trotz Kälte und Wind. Es lohnt sich den “teuren” Campingplatz im Park mit Warmwasserduschen zu bezahlen: spektakuläre Aussicht und sehr saubere Bäder!) – El Calafate (staubig und touristisch, aber ganz nett) – El Chaltén (der Campingplatz war leider nicht so sauber, hatte dafür aber einen warmen, kuscheligenn Gemeinschaftsraum mit Küche zu bieten) – Rio Gallegos (kann man machen, muss man aber nicht) – Punta Arenas. Von 12 Nächten haben wir immerhin 8 in unserem Minibus geschlafen und ihn nachher auch etwas vermisst…

In Punta Arenas stiegen wir wieder ins Flugzeug, um nach Puerto Montt zu fliegen. Ein netter Taxifahrer brachte uns direkt vom Flughafen nach Puerto Varas, wo wir zunächst einen Schrecken bekamen, als wir unser Bed&Breakfast sahen. Von außen sah es doch sehr renovierungsbedürftig aus und wenn uns nicht ein schrulliger, altersloser Mann angesprochen hätte, der sich später als der Rezeptionist zu erkennen gab, hätten wir eventuell schnell die Flucht ergriffen. Nach den ersten Stunden begannen wir die Casa Lan Antu zu lieben. Vor allem wegen des riesigen Fensters mit Aussicht auf den Vulkan (der allerdings erst nach drei Tagen hinter den Wolken hervorkam).

Von Puerto Varas machten wir mit dem Mietwagen einen Abstecher nach Chiloe (das habe ich auf der Karte vergessen einzuzeichnen), wo wir in einem Palafito-Stelzenhaus übernachteten und nette junge Chilenen auf Pilgerreise (auf den Spuren der Jesuiten) kennenlernten.

Nun verliesen wir Chile aber endgültig und fuhren mit dem Bus über die argentinische Grenze nach Bariloche. Hier haben wir eine ziemlich gute Unterkunft gefunden: Ein Bed&Breakfast, das aber bei Buchung über das Internetportal airbnb fast die Hälfte des regulären Preises kostete. Bariloche ist nämlich nicht billig, zumal wir zur Hochsaison dort aufkreuzten.

Eigentlich wollten wir mit dem Zug weiterreisen zur argentinischen Atlantikküste. Da dieser aber nur einmal pro Woche fährt und wir nicht so viel Zeit verlieren wollten,  haben wir uns anders entschieden. Wir buchten wieder einen Flug (diesmal wars wirklich teuer) über Buenos Aires nach Salta, im Norden Argentiniens. Dort haben wir dann auch ein wunderbares Bed&Breakfast gefunden, das zwar ziemlich teuer war, aber unschlagbar, was Lage, Charme, Sauberkeit, Zimmergröße und Frühstück anbelangt.

Wie es von dort weiterging, werde ich bei anderer Gelegenheit erzählen.

 

 

 

 

Argentinien – Patagonien – San Carlos de Bariloche

Grundsätzlich ist es möglich von Las Varas aus mehrere Fährverbindungen über diverse Seen derart miteinander zu verketten, dass man nach mehreren Tagen nicht nur im argentinischen Bariloche angekommen ist, sondern dabei auch noch die Anden-Kordilleren überquert hat. Wir wählten ein Busunternehmen, das uns in Aussicht stellte, 6 Stunden für die Strecke zu benötigen. Sie führte durch die Regionalmetropole Osorno, an selbigem Vulkan vorbei, durch einen Nationalpark und schließlich über einen gut ausgebauten Andenpass. Der Grenzübertritt nach Argentinien bedeutete für uns auch Abschiednehmen von Chile.
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San Carlos de Bariloche liegt am nördlichen Rand von Patagonien aber man muss dies ausdrücklich erwähnen. Denn wenn man durch die engen Straßen schlendert glaubt man, in Tirol oder der Schweiz zu sein.
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Architektur, Gastronomie und Landschaft versetzen den Besucher in eine Alpenregion. Die Antwort darauf, welche es nun sei, verliert sich in der Mischung aus alpinen Baustilen.
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Das Umland erinnert mich deutlich an den Chiemsee mit den nahen Bergen.
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Wahr ist, dass die Region von vielen flüchtigen Naziverbrechern als Durchgangsstation genutzt wurde. Hier könnte man unauffällig z.B. als „Hans Baumann“ oder „Helga Weiss“ untertauchen.
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Wenn man dem argentinischen Journalisten Abel Basti Glauben schenken mag, dann hat auch Adolf Hitler mit Eva Braun unter einem Alias hier Zuflucht gefunden, bevor er als Fließband-Arbeiter in einem argentinischen VW-Werk seine berufliche Karriere beendete.
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Wer hier – wie wir – wandert, mit dem Mountainbike fährt oder eine lokale Schokoladenspezialität zu sich nimmt, den lässt das ungute Gefühl nicht los, dass auch gesuchte Kriegsverbrecher ihren Lebensabend derart gestaltet haben könten.
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In dem milden aber staubigen Klima habe ich mir meinen Kamerasensor nun endgültig versaut, so dass ich um eine professionelle Reinigung nicht herumkommen werde.

Chile – Patagonien – Chiloé

Wir wählten den kleinen Suzuki, als der freundliche Angestellte uns eine Art Auto anbot. Es stände auch ein Samsung zur Auswahl, jedoch waren wir nicht sicher, ob damit lediglich eine Konsole für unsere Smartphones gemeint war. Geplant war ein zweitägiger Ausflug auf die Pazifikinsel Chiloé. Sie ist mit der Fähre erreichbar und steht bei Patagonien-Reisenden unverständlicherweise nicht oben auf der Agenda. Es mag daran liegen, dass es dort nur zwei Wetterlagen gibt: Dauerregen oder Nieselregen. Der Zufall wollte, dass wir die nicht vorgesehenen zwei Sonnentage des Jahres erlebten.
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Pelikane geleiteten uns über die Meeresenge

Zwar untersteht Chiloé formal der Zentralregierung in Santiago de Chile, es gelten jedoch andere Gesetzmäßigkeiten auf dem durch sanfte Hügellandschaften wohlgestalteten Eiland. Ein Geheimbund von Zauberern, getarnt als unbescholtene Bürger, bildet dort ein grausames Regime. Mit ihren Fähigkeiten führen sie die Menschen nach Belieben ins Verderben, ihr Hunger nach Leid ist unersättlich.
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Trügerischer Alltag

Jungfrauen würgen ihre Eingeweide heraus, damit sie leichter fliegen und übermitteln als Voladoras unheilbringende Anweisungen.
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Die Caleuche, ein Geisterschiff in ihren Diensten, segelt mit betörender Musik gegen den Wind. Ihr Bedarf an Seeleuten ist groß. Ahnungslose werden an Bord gelockt und, wer nicht im Rang eines Kapitäns steht, wird auf einem Felsen ausgesetzt.
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Es gelang mir, sie mit meinem Bootsführerschein zu überlisten.
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Die Regierungszentrale liegt in einer Höhle.

Der Invunche, ein deformiertes Menschenwesen, dient als Wächter der Unterwelt gegen welches das Fegefeuer anmutet wie eine Lufthansa VIP-Lounge. Sein Gesicht ist auf den Rücken gedreht und seine Glieder ausgekugelt. Er wurde mit Katzenmilch aufgezogen und ernährt sich von Menschenfleisch.
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Ein Museumsbesuch in Ancud bot mir die Gelegenheit, eine grafische Darstellung der Insel-Administration zu fotografieren. Der Urheber ist mir leider nicht bekannt.
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Ancud hatte als Kontrollposten der Magellan-Passage eine herausragende Stellung – bis zur Fertigstellung des Panama-Kanals.
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Wir mieteten uns in einem der Palfitos – der Stelzenhäuser oder Pfahlbauten – in der Inselhauptstadt Castro ein. Castro ist nebenbei eine der ältesten Stadtgründungen der spanischen Eroberer. Es nennt auch die größte der 150 Holzkirchen sein eigen, derer 14 bilden ein Unesco-Weltkulturerbe.
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Chiloé ist nicht nur wegen seiner Mystik und eigensinnigen Bewohner etwas ganz Besonderes!
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