Bolivien – Carnivore III – Pique Macho

Pique Macho oder auch A lo Macho ist ein typisches bolivianisches Gericht, das wegen seiner dargereichten Menge stets auf einer oder mehreren Platten serviert werden muss. Üblicherweise trägt diese Platte auf einem Berg Pommes gegrillte Rindfleischstücke, Würstchen Frankfurter Art, Zwiebeln, scharfe Paprika aber auch Spiegeleier. Um bei der Labung die Gleitfähigkeit der unterschiedlichen Bestandteile auf einen gleichwertig hohen Wert zu bringen wird über die Platte Ketchup, Mayonnaise und/oder auch eine nur in Amerika existierende Form von gelb-transparentem Senf gegossen.
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Einer urbanen Legende folgend wird es so genannt, weil man macho ist, wenn man alles alleine aufgegessen hat – natürlich vorausgesetzt, dass man männlichen Geschlechts ist. Dieses macho-Sein beinhaltet eine Reihe von gesellschaftlichen Verpflichtungen, gestattet andererseits aber auch eine Reihe von Privilegien.

Zu den Verpflichtungen zählt zunächst, die Haare mittels einer sich stark verfestigenden Gel-artigen Substanz zu einer Art glänzendem Helm zu formen. Um den gewünschten kriegerischen Ausdruck in erhöhte Glaubwürdigkeit zu versetzen gehört zum Erscheinungsbild weiter das Tragen einer grün oder blau spiegelnden Sonnenbrille, deren Designmerkmale auch unter dem Begriff „Pornobrille“ zusammengefasst sind. Mit getakteten Schritten durchmisst man nun private und öffentliche Räume in spitzen Lederschuhen.
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Bedauerlicherweise gehört zu den Verpflichtungen auch die Aufnahme von lohn- oder häufiger verbeamtungsfähigen Tätigkeiten, die jedoch allesamt in sitzender oder liegender Haltung auszuführend sind. Ersatzweise – und das ist die Regel – können diese Verrichtungen auch einfach nur simuliert sein. Es gehören dazu alle Fahrertätigkeiten – wie gesagt auch alle simulierten Führungstätigkeiten an rollbarem technischem Gerät – viele Kassiertätigkeiten und vor allem Durch- und Vorbeiwinktätigkeiten.
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Dem steht eine Reihe von körperorientierten Privilegien gegenüber, die hinsichtlich der beteiligten Organe in einem Bereich angesiedelt sind, der gemeinhin mit „Untenrum“ hinreichend beschrieben ist. Grundsätzlich kann eine Hand somit stets am Schritt aufliegend mitgeführt werden; zum Schutz und zur Zugriffssicherung des primären Geschlechtsteils. Weiterhin müssen auch international gültige Regeln zum Schutz der Intimsphäre von Frauen in Toilettenanstalten nicht nur nicht beachtet werden, sondern es besteht augenscheinlich auch eine gewisse sportliche Erwartung zur Missachtung selbiger. Hierfür sind entsprechende Hinweisschilder angebracht.
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Sollte sich dies aus bautechnischen Gründen nicht ermöglichen lassen ist der Betreiber der Anlage offenbar dazu aufgerufen, geeignete technische Einrichtungen zu schaffen, die ersatzweise eine mittelbare Reizstimulation zulassen.
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Argentinien – Carnivore II

Der Vegetarier spielt in der argentinischen Ernährung eine wichtige Rolle – im Besonderen als Grillgut in der Parilla.
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Die Parilla ist sozusagen das Ernährungszentrum des Argentiniers. In Köln würde man Grillhaus oder – wie in Köln Nippes der 90er Jahre – einfach „Grill 2000“ dazu sagen. Ganz vorne auf dem Rost bzw. am Feuer liegt das rote Fleisch des Vegetariers, meist Rind oder Schaf aber auch Lama oder Guanako.
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Wohl wegen seiner herausragenden Stellung wird es gerne gekreuzigt und an den Rand eines offenen Feuers gestellt.
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Weißes Fleisch hingegen, wie es die Allesfresser – Schwein oder Geflügel – liefern, kann als Sättigungsbeilage dienlich sein. Aber Vorsicht: Als Mann ein Hühnchen zu bestellen kann schnell dazu führen, dass man als homosexuell eingeschätzt wird. Das wäre weiter nicht schlimm, wenn es nicht folgende Bewandtnis hätte: Homosexualität wird hierzulande nicht ähnlich interpretiert wie z.B. in einer Kölner Walldorfschule; also als gleichberechtigte sexuelle Ausrichtung oder als Spielart der Natur. Vielmehr muss man als männlicher, mutmasslicher Homosexueller eine gewisse Nachrangigkeit in der gesellschaftlichen Wertschätzung hinnehmen. Ähnlich wie der Sohn der Prostituierten – oder gar alles das, was eine Prostituierte im metaphorischen Sinne gebären könnte – ist der Homosexuelle nämlich ein unverzichtbares Element im Satzbau des argentinischen Mannes. Es ist eine Position, die es keinesfalls anzustreben lohnt.
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